Deutschlands Jugend braucht sich nicht zu verstecken

Wann immer die Frage nach einer vorbildlichen Nachwuchsarbeit aufkommt, werden als positiv herausragende Beispiele in erster Linie Spanien, allen voran der FC Barcelona, Frankreich und Holland, hier vor allem Ajax Amsterdam, genannt. Deutschland folgt dann zwar zumeist knapp dahinter, aber in aller Regel nie an erster Stelle – die Art und Weise der Ausbildung deutscher Fußballer gilt nach wie vor als verpönt. Inzwischen kann aber mit Fug und Recht behauptet werden, dass das nicht mehr ganz der Realität entspricht. Denn nicht zuletzt der Gewinn der U21-Europameisterschaft und das erfolgreiche Abschneiden von Jogi Löws B-Elf beim Confederations Cup belegen ganz eindeutig: Die deutsche Nachwuchsarbeit braucht sich vor der anderer großer Fußballnationen nicht mehr zu verstecken und darf als weltweit vorbildlich bezeichnet werden.

Stellvertretend für alle, die wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen haben, sollten vor allem Matthias Sammer, Horst Hrubesch und Hansi Flick genannt werden. Aber auch die zahllosen Trainer und Verantwortlichen der U-Nationalmannschaften, der Auswahlmannschaften, an den Stützpunkten und in den Nachwuchsleistungszentren machen diese Erfolge erst möglich. Mittlerweile besteht in Deutschland ein flächendeckendes Netz an Einrichtungen zur Erkennung und Förderung talentierter junger Fußballer, wodurch heutzutage praktisch kein Talent mehr übersehen wird. Der Fußball unterscheidet sich dabei von vielen anderen Sportarten, in denen man sich über fehlende Talente bzw. eine schlechte Förderung der wenigen vorhandenen Talente beklagt, vor allem durch Eigeninitiative. Der deutsche Fußball wurde nach schwachen Ergebnissen um die Jahrtausendwende herum selbst aktiv und das sowohl auf Vereinsebene, als auch auf Verbandsebene. Davon könnten andere Sportverbände, aber auch andere Fußballnationen (oder solche, die es werden wollen) jede Menge lernen. Wichtig ist vor allem aber auch, dass man trotz der Erfolge der jüngeren Vergangenheit noch immer nach Wegen sucht, sich selbst zu verbessern. Deswegen dürfte Deutschland auch in der Zukunft eine der führenden Fußballnationen bleiben.

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