Individuelles Fördern

Alle Kinder und Jugendlichen der jeweiligen Altersklassen, beginnend von der G-Jugend bis hoch zur A-Jugend, sind individuell verschieden. Jedes Kind und jeder Jugendliche bringt verschiedene Voraussetzungen hinsichtlich seiner motorischen, kognitiven, physischen und psychischen Eigenschaften mit. Eine mehr oder minder stark ausgeprägte Heterogenität stellt in jeder Fußballmannschaft den Normalzustand dar (im Bereich des Breitensports noch mehr als im Leistungssportbereich). Deswegen kann ein Trainer seine Spieler auch nicht allesamt über denselben Kamm scheren. Um sein optimales Leistungsvermögen entwickeln und entfalten zu können, braucht daher jeder Spieler eine auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Förderung und eine dementsprechende individuelle Trainingsplanung. Diese individuelle Förderung kann dabei in unterschiedlicher Form zum Tragen kommen.

Ein typisches Beispiel ist die Einzelförderung eines Spielers durch einen einzelnen Trainer, um an der Behebung eines bestimmten Defizits zu arbeiten, wie beispielsweise einer mangelhaften Schusstechnik. Auch das von einem eigens dafür vorgesehenen Spezialtrainer durchgeführte Torwarttraining ist in diesem Kontext zu nennen, oder auch das nach einer langwierigen Verletzung notwendige Aufbautraining eines Spielers. In den genannten Situationen ist es unstrittig, dass hier die individuellen Bedürfnisse eines einzelnen Spielers im Mittelpunkt stehen. Individuelles Fördern bezieht sich aber nicht nur auf solche Formen von Einzeltraining. Auch in Gruppen- oder Mannschaftsübungen bzw. Spielformen können Spieler individuell gefördert werden.

Ein wichtiges Schlagwort hierbei lautet ‚Differenzierung’. So macht es im Nachwuchstraining mit Blick auf eine möglichst effektive Lernentwicklung aller Kinder keinen Sinn, immer alle im Mannschaftsverbund miteinander trainieren und spielen zu lassen. Besser ist es, bisweilen zu differenzieren, also die Spieler gemäß ihrer Leistungsstärke und Defizite in bestimmten Bereichen in verschiedene Trainingsgruppen aufzuteilen. Auf diese Weise wird erreicht, dass nicht einige wenige leistungsstärkere Kinder das Geschehen dominieren und ihre vermeintlich schwächeren Mitspieler zu Statisten degradieren. Durch eine entsprechende Aufteilung werden die „Starken“ mehr gefordert, während die „Schwächeren“ generell mehr Spielanteile und Ballkontakte bekommen und so aktiver ins Trainingsgeschehen eingebunden werden, was letztendlich der sportlichen Entwicklung beider Gruppen nur förderlich ist.

Grundbedingung für jede Form der individuellen Förderung im Training ist aber das Vorhandensein mindestens eines Assistenztrainers. Je nach Altersklasse und Leistungsniveau können es auch mehrere Assistenten sein, die sich um jeweils einen bestimmten Spezialbereich kümmern. Neben dem bereits erwähnten Torwarttrainer, der ab der D-Jugend Sinn macht, sind dies ein Techniktrainer (ab der F-Jugend), ein Koordinationstrainer (F- bis D-Jugend), ein Athletiktrainer (ab der C-Jugend) und Spezialtrainer für bestimmte Mannschaftsteile (ab der C-Jugend für Abwehr, Mittelfeld und Sturm). Im Kinder- und Jugendfußball ist es aber auch durchaus möglich, ab und zu einen geeigneten leistungsstärkeren Spieler mit der Betreuung einer kleinen Gruppe seiner Mitspieler zu betrauen. Auf diese Weise kann geschickt eine notwendige Differenzierungsmaßnahme mit einer persönlichkeitsfördernden Aufgabe verbunden werden.

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