Intelligentes Üben

Der Begriff ‚intelligentes Üben’ erscheint zunächst äußerst hochtrabend, letztendlich verbirgt sich dahinter nicht weniger als ein Üben mit höchstmöglicher Effizienz, also darum, das Üben im Training so zu organisieren und zu gestalten, dass am Ende ein maximaler Lernzuwachs erzielt werden kann. Intelligentes Üben bedeutet also nichts anderes, als viele der bereits angesprochenen Merkmale in der Praxis zu realisieren.

Eine der Grundbedingungen des intelligenten Übens ist die Bereitstellung von ausreichend viel Übungszeit in jeder Trainingseinheit. Dabei ist gar nicht so sehr eine möglichst lange Dauer einer Übung von entscheidender Bedeutung. Stattdessen kommt es vielmehr darauf an, dafür zu sorgen, dass alle Spieler auf eine möglichst Anzahl von Wiederholungen kommen, d. h. entscheidend ist die optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Übungszeit, also die Erzielung eines möglichst hohen Anteils an echter Lernzeit. Somit sind möglichst geringe Anstehzeiten, die Vermeidung von Störungen aufgrund von Disziplinproblemen und das Aufstellen klarer Regeln für das Üben im Training Voraussetzung für intelligentes Üben. Disziplinbedingte Störungen sind dabei zumeist die Folge eines monotonen, für die Kinder langweiligen Trainings, weshalb intelligentes Üben auch immer bedeutet, eine gute Balance zwischen Phasen des gebundenen Übens und freien Spielens zu finden, und außerdem über den Wechsel zwischen verschiedenen Methoden für ausreichend Abwechslung zu sorgen, um so die Motivation und Aufmerksamkeit der Kinder immer auf einem maximal hohen Level zu halten.

Natürlich ist es auch wichtig, immer solche Übungen auszuwählen, die zum angedachten Trainingsschwerpunkt passen und dem Erreichen des anvisierten Ziels der Trainingseinheit auch tatsächlich dienen. Den jungen Fußballspielern muss verständlich vermittelt werden, was von ihnen verlangt wird und was sie zu tun haben. Überdies erhalten sie vom Trainer umgehend konstruktive Rückmeldung zu den Dingen, die sie noch verbessern können, grundsätzlich aber auch viel Lob für die gezeigten Übungsleistungen, wobei dieses ehrlich gemeint und authentisch kommuniziert werden muss. Intelligentes Üben erfordert also immer inhaltliche Klarheit und sinnstiftendes Kommunizieren in einem lernförderlichen Klima, in dem die Kinder konzentriert bei der Sache sind und sich nicht von Nebensächlichkeiten ablenken lassen. Optimal ist es natürlich, wenn es einem Trainer gelingt, seine Schützlinge dahingehend zu unterstützen, ein gutes Gespür für ihr eigenes Lernen zu entwickeln, um dadurch den Erfolg ihres Übens selbst zu kontrollieren und selbst beurteilen zu können. Intelligentes Üben heißt aber auch, die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Spieler zu berücksichtigen, d. h. hier kommt wiederum der Durchführung entsprechender Differenzierungsmaßnahmen eine wichtige Rolle zu.

Im intelligenten Üben vereinen sich also sämtliche Merkmale des guten Unterrichts, weshalb man auch sagen könnte, dass dieses eine Merkmal im Grunde der wesentliche Indikator für gutes, weil effizientes und damit erfolgreiches Training ist.

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