Vorbereitete Umgebung

Um die zur Verfügung stehende Trainingszeit so effizient wie möglich nutzen zu können, ist es empfehlenswert, nach Möglichkeit alle geplanten Übungen bereits vor Beginn einer Trainingseinheit aufzubauen. Das Abstecken von Spielfeldern und der Aufbau des benötigten Hütchen-Setups sind zeitaufwändig und sollten deswegen schon vorab erledigt werden, um unnötige Störungen und Verzögerungen des Trainings von vornherein zu vermeiden. Bei geschickter Planung wird das Material dabei so angeordnet, dass der Aufbau für mehrere Übungen verwendet werden kann, oder es lediglich notwendig ist, alle nicht mehr benötigten Materialien und Markierung nach Abschluss der dazugehörigen Übung zu entfernen. Eine derart vorbereitete Umgebung ist letztendlich also eine wesentliche Voraussetzung dafür, einen hohen Anteil an echter Lernzeit zu erzielen. Das Merkmal der vorbereiteten Umgebung umfasst aber noch wesentlich mehr.

So beinhaltet es auch, dass das verwendete Lernmaterial, im Falle des Fußballtrainings also sämtliche Bälle, Trainingsmaterialien (Markierungshilfen, Stangen, Ringe, Koordinationsleitern etc.), der Trainingsplatz und seine Einrichtungen (Tore, Kopfballpendel etc.) von guter Qualität sind und von allen Beteiligten – Spielern und Trainern – mit der gegebenen Sorgfalt behandelt werden. Es obliegt der Verantwortung des Trainers und des Vereins, dafür zu sorgen, dass für das Nachwuchstraining gutes Material in einer ausreichenden Menge zur Verfügung steht. Für Bälle gilt hier beispielsweise als Faustregel mindestens ein Ball pro Kind. In aller Regel stellen die Vereine sämtliche Materialen für das Training zur Verfügung, allerdings ist dieses aufgrund der nicht selten knapp bemessenen finanziellen Mittel mengenmäßig oftmals begrenzt. Ein mehrfacher Aufbau von Übungen wird dadurch zumeist unmöglich, da das vorhandene Material obendrein möglicherweise mit anderen Mannschaften, die ebenfalls zur selben Zeit trainieren, geteilt werden muss. Deswegen ist ein Trainer, der Wert auf einen reibungslosen Trainingsablauf legt und seinen Spielern möglichst viel Lernzeit garantieren möchte, gut beraten, sich auf eigene Kosten (oder auch mit finanzieller Unterstützung der Spielereltern) selbst einen kleinen Materialfundus zu beschaffen. Auf diese Weise macht er sich von den Planungen seiner Kollegen unabhängig und erhält selbst Planungssicherheit, da alle benötigten Materialien somit auch garantiert zur Verfügung stehen, wenn sie gebraucht werden.

Die vorbereitete Umgebung enthält zudem einen erzieherischen Aspekt, da sie sich nach außen hin auch dadurch äußert, dass das zur Verfügung stehende Material pfleglich und mit Sorgfalt behandelt wird. Ein gutes Erziehungsmittel besteht hierfür neben dem obligatorischen Aufstellen einer entsprechenden Regel darin, den Kindern einen Teil der Verantwortung für das Material zu übertragen. So kann zum Beispiel jedes Kind für einen bestimmten Ball, der mit einer Nummer oder seinem Namen versehen wird, verantwortlich sein – und wenn dieser Ball verlorengeht oder durch eigenes Verschulden kaputtgeht, dann muss er eben vom Kind (bzw. seinen Eltern) ersetzt werden.

Die vorbereitete Umgebung beschreibt also die materielle Grundlage für gutes Training, basierend auf einer guten Ordnung in Form eines zu den Übungen und Lernzielen passenden Setups, Material einer guten Qualität und ebensolcher Quantität, und schließlich einer entsprechenden Funktionalität der gesamten Lernumgebung. Das bedeutet, dass die Anordnung der Pylone, Stangen, Tore usw. so übersichtlich gehalten werden soll, dass sich die Übungen weitestgehend selbst erklären und nur ein Mindestmaß an Instruktionen durch den Trainer erforderlich ist, dieser darin eine Position hat, aus der heraus er eine gute Übersicht über den Übungsablauf selbst, aber auch über alle seine Spieler hat, dabei so weit abseits steht, dass er nicht selbst zum störenden Hindernis wird, und dennoch immer so präsent bleibt, dass er von seinen Spielern stets wahrgenommen wird. Gleichzeitig soll das Setup einen zum Spielen und Üben auffordernden Charakter haben und somit für die Kinder motivierend und anregend sein. Ist dies gegeben, dann steht einer guten Trainingseinheit nichts im Wege.

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